Zeitungsbericht der Deutschen Handwerkszeitung
"DHZ"-Gespräch: Mit dein Landesberufsbildungswart des LIV Schornsteinfeger
Die schwarzen Männer" ein Völkchen" für sich
Das Handwerk des Schornsteinfegers verbindet man mit Männern
in schwarzer Kleidung, einen
Besen über der Schulter und rußverschmutztem Gesicht. Längst
hat sich all das geändert. Dariiber unterhielt sich die "DHZ"
mit
Siegfried Hampe, dem Landesberufsbildungswart des LIV der
Schornsteinfeger.
"DHZ": Zu DDR-Zeiten war der
Schornsteinfegerberuf keine lukrative Tätigkeit, es wurde fast ausschließlich
mit Kohle gefeuert. Es war eine schwere, rußige Arbeit, die schlecht
entlohnt wurde.
Siegfried Hampe: Das ist richtig.
Nach der Wende war der Nachholbedarf groß, es gab einen richtigen Boom
auf unseren Beruf. Es gibt im Land Sachsen-Anhalt 280 Kehrbezirke und alle
Bzirksschornsteinfegermeister (BSFM) sind in den Innungen Halle, Magdeburg
und Altmark organisiert.
"DHZ": Diese Mitgliedschaft ist im Gegensatz zu anderen Gewerken sehr hoch. Hat das Gründe?
Siegfried Hampe: Durch die Mitgliedschaft in den Innungen wird jeder Kollege
stets auf dem neuesten Wissensstand gehalten, es werden ständig Schulungsmaßnahmen
durchgeführt. Dadurch, dass der BSFM als beliehener Unternehmer des Staates
vom Regierungspräsidium seinen Kehrbezirk zugewiesen bekommt, den er
aus Gründen der Rechts- und Brandsicherheit eigen-verantwortlich bearbeiten
muss, gibt es für ihn keinen Konkurrenzkampf. Selbstverständlich
hat er seine Dienstleistung mit handwerklichem Geschick im Interesse seiner
Kundschaft auszuführen.
"DHZ": Unter den 21 Lehrlingen des Landes sind auch zwei Mädchen.
Ist der Beruf nicht zu schwer für weibliche Schornsteinfeger?
Siegfried Hampe: Da sich die Tätigkeiten des Schornsteinfegers grundlegend geändert haben und die schweren Arbeiten, das Kehren und Reinigen von Kohleschornsteinen und -feuerstätten in den Hintergrund getreten sind, gleichzeitig Messungen und Überprüfungen an modernen Feuerungsanlagen immer mehr an Bedeutung gewinnen, ist der Beruf für weibliche Lehrlinge sehr interessant geworden.
"DHZ": Welche Ansprüche werden an einen Schornsteinfegerlehring
gestellt?
Siegfried Hampe: Die Bewerber müssen ein gutes Zeugnis haben und gesund
sein. Und wer dann noch zu den Besten gehören will, muss seine Gesellenprüfung
mindestens mit der Note zwei abschließen. Thomas Klaube aus Oberröblingen
und Roland Wegner aus Tangermünde waren die Besten in diesem Jahr, konnten
vorzeitig auslernen und wurden Kammersieger im Praktischen Leistungswettbewerb
( PLW ). Der Landessieger wurde Anfang Oktober in Großkugel bei Halle
ermittelt. Die Verkaufsniederlassung von VIESSMANN hatte uns freundlicherweise
ihre Räume und Feuerstätten zur Verfügung gestellt.
"DHZ": Beim PLW mussten fünf Themenbereiche bearbeitet werden.
Siegfried Hampe: Aufgaben waren: 1. Emissionsmessung an einer Ölheizung,
2. Abgaswegeprüfung und Kohlenmonoxidmessung an Gasfeuerstätten
und Versorgung der Feuerstätten mit Verbrennungsluft. 3. Mängelbearbeitung
und Lesen einer Bauzeichnung, 4. moderne Schornsteinbaustoffe und -systeme.
5. Kundengespräch. Es lief bei beiden gut, aber ei-ner konnte nur der
Sieger im Land sein. Die Prüfungskommission hat sich nach Punkten für
Thomas Klaube entschieden. Er wird im November in Brandenburg beim Bundesausscheid
dabei sein.