MZ - Sangerhäuser Zeitung -
25.01.2009 (von Steffi Roland)
Auch der Kampf um gute Absolventen hat begonnen
Großer Andrang bei der dritten Auflage: 30 Aussteller
beraten Schulabgänger
SANGERHAUSEN/MZ. Die Ausbildungsmesse hat sich zu einem festen
Punkt im Terminkalender junger Leute etabliert. In diesem Jahr fand die Messe
in der Berufsbildenden Schule in Sangerhausen statt.
Nicht nur die Jugendlichen begeben sich auf die Suche nach einer Lehrstelle,
auch die Firmen ringen um die Gunst der besten Absolventen. Aussteller und
Organisator zogen nach der Veranstaltung eine positive Bilanz. 30 Aussteller
zeigten den rund 500 Besuchern, dass es Perspektiven in der Region gibt.
So zollte Schirmherr Innenminister Holger Hövelmann dem Organisator Respekt.
Er sagte: "Es gibt auch in der Heimatregion Berufsperspektiven für
junge Leute aus Sachsen-Anhalt. Dies aufzuzeigen ist mit der dritten Ausbildungsmesse
eindrucksvoll gelungen." Auch Landrat Dirk Schatz (CDU) dankte Thomas
Klaube. "Die Qualität der Ausbildungsmesse ist besser geworden",
sagte Katrin Kainz, Gruppenleiterin Personal und Ausbildungsleiterin bei der
Sparkasse Mansfeld-Südharz. Sie und Jana Karich, Azubi zur Bankkauffrau
im 2. Lehrjahr, standen den Besuchern Rede und Antwort. "Wir haben in
diesem Jahr mehr Gespräche geführt. Es kamen auch mehr Jugendliche,
die sich informieren wollten und nicht nur die Eltern."
René Brodmann, Geschäftsführer der Kasanit Stahl- und Metallbau
GmbH aus Sangerhausen war ebenfalls positiv überrascht. "Ich bin
zum ersten Mal dabei und eigentlich ganz unbeschwert an die Sache rangegangen.
Über die Resonanz bin ich erstaunt." Er hat sich vorgenommen, jedes
Jahr einen Konstruktionsmechaniker einzustellen. Allerdings verlangt er bei
seinen Bewerbern einen guten Realschulabschluss. "Ich denke, in den persönlichen
Gesprächen konnte ich auch einige falsche Vorstellungen zum Beruf richtig
stellen", sagte Brodmann.
"Der Kampf um gute Absolventen hat schon begonnen", sagte Walter
Rösler, Chef des Supermarktes "Kaufland" in Sangerhausen. "Es
ist wichtig, den Jugendlichen die Augen zu öffnen, damit sie in der Leistungsgesellschaft
bestehen zu können."
Neben den Firmen stellten sich mehrere Bildungsträger und in den eigenen
Räumen natürlich auch die Berufsbildenden Schulen (BBS) Mansfeld-Südharz
vor. Wie praxisnah die Berufsschüler auf die Arbeitswelt vorbereitet
werden, kann auch am Montag beim Tag der offenen Tür der "Schülerfirma"
der Gestaltungstechnischen Assistenten in der Berufsschule der Lutherstadt
Eisleben erlebt werden. Dazu lud Berufsschullehrer Frank Wengemuth bereits
am Samstag die zahlreichen Interessenten am Stand der BBS ein.
Christin Müller (16) aus Hübitz informierte sich in vielerlei Richtungen.
"Ich hatte zwar schon mal ein Praktikum beim Zahnarzt durchgeführt,
aber mein Traumberuf wäre es sicher nicht", weiß sie jetzt
schon. Nun informierte sie sich am Stand der Polizei und der Barmer Krankenkasse,
sowie der Mitteldeutschen Zeitung über Ausbildungsmöglichkeiten.
Am MZ-Stand berichtete ihr Christian Voigt aus Eisleben über seine Ausbildung
zum Medienkaufmann im Verlag. "Das ist schon eine interessante Sache,
wenn nach der Ausbildung auch eine Übernahme erfolgen kann", meinte
Christin Müller.
In einem Bus präsentierte der Verein Integration, Beschäftigung
und Soziales (IBS) das im Rahmen des Modellprojekts "Demographischer
Wandel" geplante Projekt "jugend.innovations.zentrum". Dabei
werden Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klasse in vier Interessengemeinschaften
praxisnah auf das Berufsleben vorbereitet. "Unser Ziel ist es, Schüler
und Firmen zusammenzubringen", sagte Projektkoordinator Andreas Blümner.
"Dafür haben wir mit Firmen Fördervereinbarungen abgeschlossen."
Der Verein wird sich in den Schulen extra vorstellen.